743 m
Glarus / Graubünden
Der Kerenzerberg ist kaum ein Pass im üblichen Sinne: Statt einen Grat zu überqueren, verläuft die Straße entlang der Bergfront – ein hoher Balkon an der Südseite des Walensees auf 743 Metern, zwischen Mollis und Mühlehorn über dem See.
AUFFAHRT
HÖHENPROFIL
ROUTENKARTE
BESCHREIBUNG
Der Kerenzerberg ist kaum ein Pass im üblichen Sinne: Statt einen Grat zu überqueren, verläuft die Straße entlang der Bergfront – ein hoher Balkon an der Südseite des Walensees auf 743 Metern, zwischen Mollis und Mühlehorn über dem See. Doch jahrhundertelang war er unvermeidlich. Die Klippen am westlichen Ende des Walensees ließen keinen Platz für eine Straße entlang des Wassers, sodass jeder, der über Land von Zürich nach Graubünden reiste, etwa 300 Meter über den Kerenzerberg steigen musste, um den See zu umfahren. Der alte Römerweg – der "Römerweg" – und dann die Passstraße, die zwischen 1840 und 1851 gebaut wurde, transportierten diesen Verkehr, ebenso wie die marschierenden Armeen der Österreicher und der Franzosen.
All das änderte sich mit den Tunneln. Eine Durchgangsstraße für Autos wurde erst 1964 in die Felsen am Seeufer gesprengt, und heute verläuft der Hauptverkehr unsichtbar unter dem Berg – die Eisenbahn seit 1960, die Autobahn A3 seit 1986 – und lässt die alte Höhenstraße ruhig, die hauptsächlich von den Dorfbewohnern und Radfahrern genutzt wird. Und was für eine Straße das für sie ist: Von der Mollis-Seite öffnet sich der Blick über die Linth-Ebene und die Glarner Alpen, und wenn man Filzbach erreicht, entfaltet sich ein Panorama über den Walensee zur majestätischen Wand der Churfirsten. Eigentlich kein Übergang – ein Balkon über einem der schönsten Seen der Schweiz.
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